Papillons op.2, D-Dur 
komponiert 1829-1831 - Dédiés à Therese, Rosalie et Emilie
„Wie ich aufhörte, sah ich zum Fenster heraus u. am schönen Frühlingshimmel hinauf - leise Luftwogen fühl’ ich da; auch eine Nachtigall hört’ ich so innig - Und wie ich so recht an die Papillons dachte, schwärmte ein schöner, großer Nachtschmetterling an’s Fenster heran. Er blieb aber fern vom Lichte u. versengte sich die Flügel nicht. Dies war eine schöne Deutung für mich.“

„Und wer verlangt vom Zuhörer, wenn ihm ein Stück zum erstenmal vorgetragen wird, daß er es zergliedert bis in’s Mechanische oder Harmonische? bey den Papillons könnte man vielleicht eine Ausnahme machen, da der Wechsel zu rasch, die Farben zu bunt sind und der Zuhörer noch die vorige Seite im Kopfe hat, während der Spieler bald fertig ist. Dieses Sich-selbst-vernichten der Papillons hat vielleicht etwas Kritisches, aber gewiß nichts Künstlerisches. Man mag zwischen einzelnen ein Glas Champagner einschieben.“
aus seinem Tagebuch 1832 

An seine Mutter schreibt er: „Nun flattern die Papillons in die weite herrliche Frühlingswelt; der Frühling selbst steht vor der Thüre und sieht mich an - ein Kind mit blauen Himmelsaugen.-Und nun fang’ ich an mein Dasein zu begreifen...“

Und dieses Dasein ist sein Komponistenfrühling und die Überwindung der Heidelberger „Flegeljahre“, seines unbeschwerten Studentenlebens und der Ballszenen. Szenen, wie sie in den Papillons zu finden sind. „Der Schluß (der Papillons) schien mir nur ein neuer Anfang.“ schreibt Schumann an Rellstab. Das aufwärtsgehende Skalenthema des ersten Papillon erscheint am Schluß wieder und verschwindet Ton für Ton in der Erinnerung, wie in weiter Ferne.
 

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© Franz Vorraber